Schauspieler! Und jetzt?

Gastbeitrag von Björn Harras (Schauspieler)

Björn Harras, Schauspieler

Björn Harras, Schauspieler

Fast 6 Jahre ist es nun her, dass ich mein Schauspielstudium in Leipzig abgebrochen habe und nach Berlin gegangen bin, um hier als Schauspieler zu arbeiten. Zugegeben, ich hatte wahnsinnig viel Glück und bin rasend schnell an eine Fernsehrolle gekommen, aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um die Unwägbarkeiten danach. Was macht man als Schauspieler in Berlin, wenn man neu ankommt. Oft höre ich von Kollegen, dass sie keinen Job haben, dass sie unzufrieden sind mit ihrer Agentur, dass es wahnsinnig schwer ist, auf dem Markt zu bestehen bei diesen Preisen, dass sie nicht wissen, wie sie ihren Tag bestreiten sollen und sich zu Tode langweilen. Aber muss das der Alltag sein?

Fakt ist, dass gerade Berlin eine unheimliche Schwemme von Schauspielern, ambitionierten und talentierten Menschen und solche, die sich dafür halten, erlebt. Die Mieten und Lebenserhaltungskosten sind noch sehr gering, es gibt unheimlich viele kleine und mittelgroße Off-Theater und Berlin ist sowieso die einzig wahre Metropole in Deutschland. All dies macht es natürlich schwer, sich durchzusetzen. Die Zeiten haben sich geändert, vorbei die Zeit, in denen man sich darauf verlassen kann, dass man ein Leben lang an einem Theater beschäftigt ist. Und vorbei die Zeit, in der man sich bloß eine Agentur suchen musste und schon flatterten automatisch 10 gut bezahlte Drehtage im Jahr herein. Vielmehr ist der normale Arbeitsmarktkampf auch in der Schauspielerei angekommen. Mehr denn je geht es darum, sich immer weiter zu professionalisieren, nie den Sand in den Kopf zu stecken und nach Nischen und eigenen Möglichkeiten zu suchen.

Weiter lesen