Was trage ich zur CryptoParty?

Kürzlich wurde ich von einem Freund zu einer CryptoParty in Berlin eingeladen. Schon wieder eine Party-Reihe mit einem komischen Namen. Oder so was wie eine Facebook-Party? Aber ich war lange nicht mehr weg und sagte zu. Als ich in der Location an kam, wurde mir klar, dass ich mir die Zeit vor dem Kleiderschrank hätte sparen können. Dies hier war anders…

CryptoPartys sind ein junges, globales Phänomen. Die erste ihrer Art wurde erst am 22. September 2012 in Melbourne, Australien vom Internet-Aktivisten Asher Wolf veranstaltet. Seitdem gab es auf vier Kontinenten über 30 dieser Veranstaltungen, noch viel mehr sind in den nächsten Wochen in Planung (https://cryptoparty.org/wiki/CryptoParty).

Bei einer CryptoParty geht es also weder um Styling noch um Musik, es geht um Wichtigeres: Sicherheit. Um den Schutz von Eigendaten. Also so ziemlich genau das Gegenteil von einer Facebook-Party. Bei einer CryptoParty treffen sich Menschen, denen dieser Schutz wichtig ist. Die sich darüber austauschen und sich gegenseitig beibringen, wie man seine Daten vor unberechtigtem Zugriff schützt und digitale Kommunikation abhörsicher macht. Und es werden Programme ausgetauscht, die den Schutz von Eigendaten oder die abhörsichere Kommunikation unterstützen. Durch das direkte Treffen in Form einer Party können sich Experten und Datenschutz-Neulinge im geschützten Raum austauschen.

Auf der zweiten Berliner Veranstaltung (https://cryptoparty.org/wiki/Berlin) wurde am 28. September 2012 ein Handbuch für CryptoPartys aufgestellt (http://www.hostb.org/97/download). Asher Wolf war aus Australien zugeschaltet. Auf 400 Seiten geht es in dem Handbuch um das Vorbereiten einer CryptoParty („(…)set up old computers for people to fiddle with and try out new skills“), aber vor allem Basistipps („Create and maintain separate email accounts for different tasks and interests“) und solche für Profis in den Bereichen Email, Browsing, Secure Calls and SMS, Passwords uvm..

Noch ist nicht absehbar ist, ob dieses Phänomen so schnell geht wie es kam. Aber es zeigt den großen Bedarf, in Zeiten von neuen Plänen zur Vorratsdatenspeicherung und den Verkauf von Bewegungsdaten durch Mobilfunkanbieter sich und seine Daten zu schützen. Und den Willen, sich dazu global und lokal auszutauschen. Egal ob auf einer CryptoParty oder auf den aus der Bewegung entstandenen Plattformen. Denn immer wichtiger wird ein Grundsatz, der geschrieben wurde, als das Internet noch ein Baby war:

„Privacy is necessary for an open society in the electronic age. Privacy is not secrecy. A private matter is something one doesn´t want the whole world to know, but a secret matter is something one doesn´t want anybody to know. Privacy is the power to selectively reveal oneself to the word.“ – A Cypherpunk´s Manifesto by Eric Hughes, 1993